Warmes Essen und Getränke beim Wandern: Wenn die Pause endlich wieder wärmt

Wanderin mit warmem Getränk bei einer Herbstpause am Waldrand

Der Wind zieht durch die Jacke, die Finger werden langsam kalt und eigentlich war die Idee mit der Herbstwanderung vor zwei Stunden noch ziemlich gut. Jetzt stehst du irgendwo am Wegesrand, suchst dir einen halbwegs windgeschützten Platz und freust dich auf die Pause.

Und plötzlich klingt ein heißer Tee oder ein warmer Eintopf deutlich verlockender als der Müsliriegel, den du sonst aus dem Rucksack ziehen würdest.

Gerade an kalten, windigen Tagen kann etwas Warmes unterwegs erstaunlich viel ausmachen. Nicht, weil eine Tasse Tee schlechte Kleidung ersetzt – das tut sie natürlich nicht. Sondern weil eine warme Mahlzeit oder ein heißes Getränk eine Pause schlicht angenehmer macht.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: von der einfachen Thermoskanne über einen Thermobehälter mit Eintopf bis zum kleinen Kocher, auf dem du unterwegs tatsächlich Wasser oder Essen erhitzt.

Aber was lohnt sich wann?

Redaktionelles Themenprofil: Jonas Hartmann – Reisen & Mikroabenteuer. Jonas ist ein virtuelles Autorenprofil von Traillog. Der Beitrag wurde redaktionell recherchiert und geprüft; persönliche Erlebnisse oder eigene Produkttests werden dem Profil nicht zugeschrieben. Mehr über unser Autorenteam

Die einfachste Lösung: heißes Getränk aus der Thermoskanne

Wenn ich möglichst wenig Aufwand haben möchte, ist eine Thermoskanne für mich die unkomplizierteste Lösung.

Morgens Tee, Kaffee oder ein anderes Heißgetränk einfüllen, Deckel drauf und los.

In der Pause braucht es dann weder Kocher noch Brennstoff noch einen geeigneten Platz zum Kochen. Aufschrauben, einschenken, fertig.

Gerade bei einer normalen Tageswanderung ist das schwer zu schlagen.

Der große Vorteil ist dabei nicht nur das warme Getränk selbst. Man kann die Pause praktisch überall machen, ohne erst etwas aufbauen zu müssen.

Was eignet sich für die Thermoskanne?

Klassisch funktionieren beispielsweise:

  • Tee
  • Kaffee
  • heißes Wasser
  • Brühe
  • Kakao

Eine heiße Brühe finde ich bei kaltem Wetter besonders interessant. Sie ist herzhaft und fühlt sich nach einigen Stunden draußen manchmal deutlich passender an als der nächste süße Snack.

Fülle das Getränk heiß ein und lass es im Becher auf eine angenehme Trinktemperatur abkühlen. Gerade aus einer gut isolierenden Kanne kann es noch sehr heiß kommen.

Heißer Tee wird aus einer Thermoskanne in einen Becher gegossen

Aufschrauben, einschenken, Pause genießen.

Warmes Essen ohne Kocher: Thermobehälter

Noch besser als ein heißes Getränk kann an einem kalten Tag eine richtige warme Mahlzeit sein.

Dafür gibt es isolierte Speisebehälter, die nach demselben Prinzip wie eine Thermoskanne funktionieren. Das Essen wird zu Hause heiß eingefüllt. Wie lange es ausreichend heiß bleibt, hängt vom Behälter, der Füllmenge und der Außentemperatur ab.

Ich nutze dafür beispielsweise einen Thermobehälter von ThermoKing. Gerade auf längeren Wanderungen kann ein heißer Eintopf darin ein echter Luxus sein.

Denn während andere ihren kalten Snack auspacken, schraubst du den Deckel auf und hast plötzlich eine warme Mahlzeit vor dir.

Das funktioniert besonders gut mit Speisen, die ohnehin etwas flüssiger sind:

  • Eintopf
  • Suppe
  • Chili
  • Kartoffelsuppe
  • Linsensuppe
  • Reisgerichte mit Sauce
  • Nudeln mit Sauce

Suppen und Eintöpfe lassen sich aus einem tiefen Behälter besonders bequem löffeln. Wie gut ein Gericht warm bleibt, hängt vor allem vom Behälter, seiner Füllung und der Ausgangstemperatur ab.

Ein kleiner Trick hilft: Den Behälter vor dem Befüllen kurz mit heißem Wasser vorwärmen. Danach das Wasser ausgießen und das heiße Essen einfüllen. So muss das Essen nicht erst den kalten Behälter aufwärmen.

Wichtig beim Warmhalten: Warm ist nicht automatisch ausreichend heiß. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Speisen bis zum Verzehr an allen Stellen bei mindestens 60 °C zu halten. Beachte deshalb die Angaben deines Behälters und plane die Essenspause entsprechend; ein Thermobehälter hält Essen nicht unbegrenzt sicher warm.

Offener Thermobehälter mit Kartoffel-Gemüse-Eintopf auf einer Bank

Ein vorbereiteter Eintopf ist in der Pause sofort verfügbar.

Der große Vorteil: Die Pause beginnt sofort

Bei Thermoskanne und Thermobehälter gibt es einen entscheidenden Unterschied zum Kocher:

Du musst nichts vorbereiten.

Gerade wenn es kalt oder windig ist, finde ich das nicht unwichtig.

Denn wenn man bereits friert, möchte man vielleicht nicht noch zehn Minuten lang Kocher, Topf, Brennstoff und Essen zusammensuchen.

Deckel auf – essen – fertig.

Dafür gibt es natürlich einen Nachteil: Du musst morgens bereits wissen, was du später essen möchtest, und trägst den Behälter den ganzen Tag mit.

Wer spontan unterwegs etwas Warmes zubereiten möchte, braucht deshalb eine andere Lösung.

Unterwegs kochen: Wann lohnt sich ein Kocher?

Ein kleiner Kocher macht dich deutlich unabhängiger.

Statt fertiges Essen mitzunehmen, kannst du unterwegs Wasser erhitzen und daraus beispielsweise eine Suppe oder Trekkingmahlzeit zubereiten.

Das klingt zunächst nach der besseren Lösung – bedeutet aber auch mehr Aufwand.

Du brauchst mindestens:

  • Kocher
  • Brennstoff
  • geeignetes Gefäß
  • Wasser
  • Feuerzeug oder Zündmöglichkeit
  • Essen
  • einen geeigneten und sicheren Platz

Und genau dieser letzte Punkt wird manchmal unterschätzt.

Nicht einfach irgendwo Feuer machen

Nur weil man im Wald oder auf einem Wanderweg unterwegs ist, darf man dort nicht automatisch einen Kocher, Hobo oder ein offenes Feuer verwenden.

Gerade bei Trockenheit kann bereits ein kleiner Funke problematisch werden. Zusätzlich gelten je nach Gebiet unterschiedliche Regeln.

Deshalb sollte vor einer Tour geklärt werden, ob und wo Kocher überhaupt erlaubt sind.

Bei erhöhter Waldbrandgefahr würde ich auf Experimente mit offenem Feuer grundsätzlich verzichten.

Wer einfach nur etwas Warmes dabeihaben möchte, ist mit Thermoskanne oder Thermobehälter ohnehin deutlich unkomplizierter unterwegs.

Esbitkocher: klein, leicht und einfach

Ein klassischer Esbitkocher gehört zu den einfachsten Kochmöglichkeiten für unterwegs.

Dabei wird eine Brennstofftablette unter einem kleinen Topf oder Becher entzündet.

Der große Vorteil liegt im geringen Packmaß. Kocher und Brennstoff nehmen kaum Platz ein.

Für eine große Mahlzeit würde ich ihn allerdings nicht unbedingt wählen. Seine Stärke liegt eher darin, eine kleinere Menge Wasser zu erhitzen.

Damit kann man beispielsweise:

  • Tee zubereiten
  • Brühe machen
  • Wasser für Trekkingnahrung erhitzen
  • eine einfache Suppe zubereiten

Bei starkem Wind kann das Erhitzen allerdings deutlich länger dauern. Ein zum Kocher passender Windschutz kann deshalb wichtig sein. Beachte die Gebrauchsanleitung, stelle den Kocher kippsicher auf eine nicht brennbare Unterlage und halte Abstand zu brennbarem Material. Betreibe ihn ausschließlich im Freien, niemals im Zelt oder in geschlossenen Räumen.

Für eine kurze Mittagspause ist die Thermoskanne meist schneller. Für eine längere Pause kann ein solcher Kocher aber durchaus seinen Reiz haben.

Hobo-Kocher: spannend, aber deutlich aufwendiger

Ein Hobo-Kocher ist noch einmal eine andere Kategorie.

Im Prinzip handelt es sich um einen kleinen Metallofen, in dem geeignetes Brennmaterial verbrannt wird. Dadurch entsteht eine kleine Kochstelle.

Das hat etwas Ursprüngliches und passt natürlich hervorragend zu einer längeren Pause draußen.

Praktisch ist es aber nicht immer.

Denn im Gegensatz zur Thermoskanne musst du den Kocher aufbauen, geeignetes Brennmaterial haben und anschließend warten, bis genügend Hitze entsteht.

Außerdem ist ein Hobo hinsichtlich Brandgefahr und örtlicher Vorschriften deutlich kritischer als eine kalte Pause mit Thermobehälter.

Für die schnelle Wanderpause ist er deshalb eher die aufwendige Variante. Nach dem Kochen muss das Feuer vollständig erloschen sein und der Kocher abkühlen, bevor er wieder in den Rucksack kommt.

Für eine bewusst längere Rast an einem dafür geeigneten Platz kann er dagegen Spaß machen.

Unangezündete kompakte Kocher, Topf und Trekkingmahlzeit auf einem Steintisch

Kochen unterwegs braucht mehr Ausrüstung und einen geeigneten Platz.

Trekkingnahrung: wenig Aufwand, aber heißes Wasser nötig

Trekkingmahlzeiten sind für lange Touren interessant, weil sie vergleichsweise leicht sind.

Meist wird lediglich heißes Wasser eingefüllt. Danach wartet man einige Minuten und kann direkt aus dem Beutel essen.

Der Ablauf ist simpel:

Wasser erhitzen, einfüllen, warten, essen.

Der Vorteil liegt vor allem beim Gewicht.

Während eine Dose Suppe oder ein voller Thermobehälter relativ schwer sein kann, besteht Trekkingnahrung größtenteils aus getrockneten Zutaten.

Für eine normale zwei- oder dreistündige Wanderung wäre mir dieser Aufwand meistens zu groß.

Bei einer langen Tagestour kann es dagegen interessant werden.

Dosensuppe: einfach – aber schwer

Eine Dose Suppe ist vermutlich die unkomplizierteste warme Mahlzeit, wenn ein Kocher vorhanden ist.

Dose öffnen, Inhalt in einen kleinen Topf geben, erwärmen.

Fertig.

Der Nachteil steckt allerdings schon in der Dose.

Du schleppst nicht nur das Essen mit, sondern zusätzlich Verpackung und Flüssigkeit. Nach der Pause muss die leere Dose natürlich ebenfalls wieder mit zurück.

Für kurze Wanderungen würde ich deshalb eher einen Thermobehälter nehmen und die Suppe bereits heiß von zu Hause mitbringen.

Wer sowieso einen Kocher dabeihat und eine längere Tour macht, kann mit einer Dosensuppe trotzdem sehr einfach eine richtige Mahlzeit zubereiten.

Suppe, Eintopf oder Trekkingnahrung – was ist praktisch?

Die Übersicht vergleicht zwei unterschiedliche Entscheidungen: Wie kommt die Wärme in die Pause – und welches Essen kommt mit? Die Gewichtsangaben sind relative Einschätzungen; Wasser, Brennstoff, Topf und Portionsgröße können den Vergleich deutlich verändern.

Variante Aufwand unterwegs Gewicht Wann ist es warm? Gut geeignet für
Thermoskanne sehr gering mittel sofort heiße Getränke
Thermobehälter sehr gering eher hoch sofort Suppe und Eintopf
Esbitkocher mittel gering nach dem Erhitzen Wasser, Brühe, Trekkingnahrung
Hobo-Kocher hoch mittel nach Aufbau, Anfeuern und Erhitzen längere Pausen
Trekkingnahrung mittel gering nach Zugabe von heißem Wasser und Wartezeit lange Touren
Dosensuppe + Kocher mittel eher hoch nach dem Erwärmen einfache warme Mahlzeit

Für eine normale Tageswanderung gewinnt bei mir eindeutig die vorbereitete Variante.

Je schlechter das Wetter, desto weniger Lust habe ich darauf, in der Pause erst eine kleine Outdoor-Küche aufzubauen.

Und was ist mit einem „Schuss“ im heißen Getränk?

Die Vorstellung hält sich hartnäckig: Etwas Hochprozentiges im Tee oder Kaffee soll von innen wärmen.

Das Wärmegefühl kann tatsächlich entstehen – eine gute Methode gegen Kälte ist Alkohol aber nicht.

Alkohol erweitert die Blutgefäße in der Haut. Dadurch fühlt sich die Haut kurzfristig wärmer an, gleichzeitig kann der Körper aber leichter Wärme nach außen verlieren.

Gerade bei kaltem Wetter ist das also eher kontraproduktiv.

Wer friert, sollte deshalb lieber auf ein alkoholfreies heißes Getränk, etwas Warmes zu essen und geeignete Kleidung setzen.

Eine warme Mahlzeit ersetzt keine warme Kleidung

So angenehm Tee, Suppe oder Eintopf auch sind: Sie lösen natürlich nicht das eigentliche Problem, wenn man zu dünn angezogen ist oder bereits durchnässt wurde.

Gerade in einer Pause kühlt man häufig schneller aus als während des Laufens.

Deshalb sollte man sich beim Anhalten möglichst früh eine zusätzliche Schicht anziehen, statt erst zu warten, bis man richtig friert.

Das warme Essen ist dann nicht die Rettung vor der Kälte, sondern das, was aus einer kalten Pause wieder eine richtig angenehme Pause machen kann.

Was würde ich mitnehmen?

Für eine normale Herbstwanderung würde ich es möglichst einfach halten.

Bei einer kurzen Tour reicht mir ein warmes Getränk in der Thermoskanne.

Bei einer längeren Tour ist ein Thermobehälter mit Suppe oder Eintopf schwer zu schlagen. Man trägt zwar etwas mehr Gewicht, dafür ist das Essen sofort verfügbar.

Einen Kocher würde ich vor allem dann mitnehmen, wenn die Tour lang genug ist, dass die Pause selbst ein Teil des Erlebnisses werden soll.

Denn manchmal ist genau das der Unterschied:

Du kannst fünf Minuten stehen bleiben, einen Müsliriegel essen und weitergehen.

Oder du suchst dir einen geschützten Platz, schraubst den Deckel vom Behälter und hältst plötzlich einen heißen Eintopf in der Hand.

An einem kalten Herbsttag kann sich das ziemlich luxuriös anfühlen.